Magenband

Das “Justierbare Silikon-Magenband” wurde von Dr. Lubomyr I. Kuzmak (Livingston, New Jersey, USA) entwickelt. Das AGB ist ein 12 mm breites Band aus weichem Silikon mit einem elastischen Gefäß, das - je nach Patient - durch eine Injektion aufgefüllt werden kann.


Das Band wird um den oberen Teil des Magens gelegt, so dass der Magen in zwei Teile aufgeteilt wird, einen kleinen Teil oberhalb des Bandes mit etwa 25 ml Inhalt und dem Rest unterhalb des Bandes. Diese beiden Teile sind durch eine kleine Öffnung unter dem Band miteinander verbunden. Diese Verbindung wird Stoma genannt (siehe Foto auf der Vorderseite der Broschüre). Das AGB gibt dem Chirurgen die Möglichkeit, den Stoma-Durchmesser (Durchtrittstelle der Speise in den Magen) zu verändern. An dem Band ist ein kleiner Schlauch angebracht, der mit seinem anderen Ausgang in ein Injektionsreservoir mündet. Dieses Reservoir wird im geraden Bauchmuskel implantiert und ist auf dem Röntgenbild sichtbar. Durch eine Injektion in das Reservoir kann der Chirurg durch Hinzufügen oder Entfernen von Flüssigkeit im elastischen Teil des Bandes das Stoma vergrößern oder verkleinern.


Ziel der Magenoperation ist es, die Speiseaufnahme zu vermindern und ein längeres Sättigungsgefühl nach Nahrungsaufnahme zu erreichen. Die Silikon-MagenbandOperation ist ein Eingriff, der die Nahrungsaufnahme stark einschränkt. Die normale Anatomie des Magen-Darm-Traktes bleibt weitgehend unverändert

welche vorteile bietet das verstellbare magenband?

Die AGB-Methode ist derzeit eine der geringfügigsten (invasiven) operativen Eingriffe, da am Magen nicht geschnitten werden muss. Die einzige Methode mit einer genauen Einstellung von Banddurchmesser und oberen Magenteil. Die einzige Methode, die eine Veränderung des Band-Durchmessers ohne weitere Operation ermöglicht. Die einzige Methode, die nach Entfernung des Bandes die Rückführung des Magens in seinen ursprünglichen Zustand erlaubt. Eine Gewichtszunahme ist aber dann die Folge. 

wann kommt eine AGB-Operation für sie in fRage?

  1. Sie haben ein Übergewicht von mindestens 80 % des Normalgewichts. (ca. 45 kg Übergewicht oder einen BMI über 40 kg/m²
  2. Sie leiden nicht an anderen Krankheiten, die eine Operation unmöglich machen.
  3. Sie sind bereit, Ihre Essgewohnheiten drastisch zu verändern und an ambulanten Kontrollen teilzunehmen.
  4. Patienten welche ohnehin wenig essen (geringer Energieverbrauch) sind für ein Magenband eher nicht geeignet.
  5. Patienten mit Essstörungen haben häufiger Schwierigkeiten mit dem Magenband (z.B. (Vormagenerweiterung, Bandeinwanderung in den Magen)

Natürlich können auch noch andere individuelle Kriterien, die sich im Rahmen des Aufklärungsgespräches ergeben, Berücksichtigung finden.


Mögliche, speziell mit dem Magenband verbundene Risiken und deren Wahrscheinlichkeit (Statistische Daten der Weltliteratur):

  • Magenschleimhautschwellung durch Druck von außen, Magenschleimhautentzündung und Durchwanderung des Bandes in den Magen- 0,6 %
  • Undichtigkeit des Schlauchsystems und des Ballons- 1,8 %
  • Wundinfektion im Bereich des Reservoirs- 0,3%
  • Eine erneute Operation gehört ebenfalls zu den Risiken– 6%
  • Komplikationen mit Todesfolge: unter 0,3% 
  • Bis zu 30 % der Patienten erreichen das Wunschgewicht nicht! 

Eigene Ergebnisse (Statistische Analyse der ersten 500 Patienten):

Verstellbare Bandoperationen (laparoskopisch d.h. mit Bauchspiegelung) werden seit Juli 1994 an unserer Klinik durchgeführt. An postoperativen Frühkomplikationen beobachteten wir lediglich bei einem Patienten (0,2%) einen vorübergehenden Gallenstau bei gleichzeitiger Gallenblasenentfernung. Die Umstiegsrate zur offenen Methode ist mit derzeit 0,3 % (3 Patienten) erstaunlich gering. Bei den Spätkomplikationen wurden 8 Vormagenerweiterungen mit Bandgleiten (2 %) und 6 Bandundichtigkeiten (1,2 %), die eine neuerliche Operation erforderlich machten, beobachtet. Die Gesamtkomplikationsrate ( Vormagenerweiterung, Bandundichtigkeit, Bandeinwanderung in den Magen, Bluterguss, etc.) ist mit derzeit 6 % anzunehmen. 94 % aller Patienten beurteilen den Erfolg der Operation mit gut und sehr gut. 

Die Operation - das verstellbare Magenband:

Sie werden üblicherweise einen Tag vor der Operation in das Krankenhaus eingewiesen. Unter Vollnarkose verschafft man sich durch eine Bauchspiegelung Zugang zum Magen. Das Band wird um den Magen gelegt und das Injektionsreservoir im Bauchmuskel implantiert.


Bereits am 1. Tag nach der Operation dürfen Sie Tee trinken und bekommen eine klare Suppe. Am 2. Tag erhalten Sie eine Breikost und ab dem 3. Tag dürfen Sie bereits leicht verdauliche, aber nicht mehr ausschließlich pürierte Kost essen. Die Diätassistentin wird Ihnen bei der Auswahl behilflich sein.


Darüber hinaus müssen Sie sich viel bewegen. Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes hängt von Ihrer Genesung und der Beurteilung des behandelnden Arztes ab, beträgt aber üblicherweise 3-4 Tage. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ist es sehr wichtig, dass Sie den Anweisungen des behandelnden Arztes Folge leisten und regelmäßig zur Kontrolle kommen. Die Diätassistentin wird Sie ausführlich beraten und Ihnen auch nach der Operation bei der Ernährungsumstellung behilflich sein. 

Ein paar Tipps für die Zeit nach der Operation:

  1. Gut kauen d.h. solange kauen bis die Speisen breiig sind! Dies ist in Zukunft das oberste Gebot! Essen Sie daher niemals im Vorbeigehen oder unter Zeitdruck.
  2. Essen Sie kleine Mengen! Verwenden Sie anfangs zum Essen einen Kaffeelöffel. Somit nehmen Sie kleinere Bissen zu sich und essen automatisch langsamer. Beenden Sie jede Mahlzeit, sobald Sie sich satt fühlen.
  3. Nicht essen und trinken gemeinsam! Sie dürfen und sollen ausreichend trinken, ca 2 l pro Tag. Allerdings entweder vor oder zwischen den Mahlzeiten, keinesfalls eine größere Menge unmittelbar nach dem Essen.
  4. Nach dem Essen nicht hinlegen!
  5. Die letzte Mahlzeit nicht später als 19.00 Uhr
  6. 5 Mahlzeiten täglich! Damit vermeiden Sie das Auftreten von Heißhunger und das damit verbundene zu schnelle Essen.
  7. Einmal bis zweimal pro Woche empfehle ich zusätzliche Vitamin- und Mineralpräparate in den ersten Monaten nach der Operation.

Wenn Sie den Diätanweisungen Folge leisten, verläuft der Heilungsprozess zügig und problemlos. Sie dürfen 2 Wochen nicht schwer heben, um die Wundheilung nicht zu verzögern. Sie dürfen kein Aspirin, Thrombo ASS, Herz ASS etc. oder andere derartige Medikamente ohne Magenschutz einnehmen, da diese den Magen reizen können. Informieren Sie Ihren Hausarzt darüber, daß Sie diese Medikamente (Aspirin auf keinen Fall und nichtsteroidale Antirheumatika, Schmerzmittel ohne Magenschutz) nicht einnehmen dürfen. Als Magenschutz genügt Ulcogant 2 mal pro Tag oder Ulcosan oder einen Protonenpumpenhemmer wie Pantoloc 20mg einmal pro Tag. 

Wann muß die Einstellung des AGB verändert werden?

Die Einstellbarkeit des Bandes ist ein großer Vorteil. Das Stoma (Durchtrittstelle von Speiseröhre, Vormagen und Magen) kann verkleinert werden, wenn sich herausstellt, daß Sie zu wenig Gewicht verlieren oder eine zu große Nahrungsmenge in kurzer Zeit aufnehmen können. Das Stoma wird vergrößert, wenn sich herausstellt, daß Sie nur schwer flüssige Nahrung zu sich nehmen können oder wenn Sie häufig erbrechen müssen. Die erste Kontrolle und mögliche Bandengerstellung erfolgt nach 5-6 Wochen. 

Welche Risiken birgt das AGB?

Die Implantation des Magenbandes ist eine größere Operation. Es bestehen die gleichen Risiken wie bei anderen größeren Operationen. Es besteht die Möglichkeit, dass von einer endoskopischen Operation auf die herkömmliche Operation durch Bauchschnitt umgestiegen werden muss.

 

Die Gefahr einer postoperativen Komplikation liegt bei etwa 1 - 2 %. Dazu gehören Infektionen, Lungenentzündung und Blutungen. Stark übergewichtige Patienten haben ein hohes operatives Komplikationsrisiko. Die Wahrscheinlichkeit an einer Komplikation zu sterben liegt unter 0,3% in der Weltliteratur.

 

Es besteht ebenfalls das Risiko, dass Sie nach einiger Zeit wieder an Gewicht zunehmen. Ständiges Naschen oder Essen von kalorienreichen Nahrungsmitteln können das Magenband nutzlos machen. Die Hauptfolge der Implantation des Magenbandes ist eine radikale Veränderung Ihres Lebensstils. Speziell fettreiche Nahrungsmittel wie Schokolade, Eiscreme, Schlagobers, Cremetorten, Knabbergebäck, Kekse aber auch kalorienreiche Getränke sind die Hauptverursacher für eine fehlende Gewichtsabnahme bzw. eine Gewichtszunahme. Sollte dies der Fall sein, wenden Sie sich an die Diätassistentin. Mit Hilfe eines von Ihnen geführten Ernährungstagebuches können die Fehler leicht gefunden werden. Auch eine Überfüllung des Magens verursacht auf Dauer wieder eine Ausdehnung des jetzt verkleinerten Teil des Magens und führt schließlich zu anhaltendem Erbrechen, möglicherweise auch zu weiteren schwierigen Komplikationen, welche unter Umständen die Entfernung des Magenbandes erfordern. Deshalb ist es sehr wichtig, auf das Sättigungsgefühl zu achten. 

Anzeichen der Sättigung können sein:

  1. Ein Druck- oder Völlegefühl im Zentrum des Magens, direkt unter dem Brustkorb
  2. Schmerzen in der Schulter- und Brustgegend
  3. Übelkeit

Die Übelkeit kann die Folge von zuviel Mageninhalt oder schlecht gekauter Nahrung sein. Sollten Sie sich übergeben müssen und sollte dies den ganzen Tag anhalten, nehmen Sie bitte keine feste Nahrung mehr zu sich. Versuchen Sie schluckweise Tee oder Wasser zu trinken. Wenn auch dies zum Erbrechen führt, und der Brechreiz länger als 24 Stunden andauert, setzten sie sich bitte mit dem Krankenhaus in Verbindung.

 

Die häufigsten Gründe für den Brechreiz sind:

  1. zu schnelles Essen
  2. mangelndes Kauen
  3. zu große Mengen während einer Mahlzeit
  4. trinken und essen gemeinsam bzw. trinken direkt nach dem Essen
  5. fehlende Bewegung nach der Mahlzeit
  6. Speisen, die nicht vertragen werden

 

Tatsächlich gibt es einige Nahrungsmittel und Speisen, welche nach Ihrer Operation auch längerfristig meistens nicht sehr gut vertragen werden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um faserreiche Produkte, welche auch bei sehr gutem Kauen nicht problemlos gegessen werden können.

 

Dies sind:

  • grobfaseriges Fleisch
  • Teigwaren, v.a. Spaghetti
  • Obsthäute von Orangen, Mandarinen, Grapefruits und Trauben
  • Gemüseschalen von weißen Bohnen, Erbsen, Mais
  • grüner Salat, Sauerkraut
  • kohlensäurehaltige Getränke 

Empfehlungen zum Trinken:

Wie schon erwähnt, sollte trinken getrennt vom Essen erfolgen. Da täglich 2 l Flüssigkeit getrunken werden sollten, ist bei den Getränken vor allem auf den Kaloriengehalt zu achten.

 

Geeignete Getränke sind: Tee, Kaffee, stilles Mineralwasser, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, Buttermilch, Magermilch, Molke.

 

Vitamine und Mineralstoffe:

Die geringere Nahrungsaufnahme, welche erwünscht und notwendig ist um das Gewicht abzubauen, verlangt ein besonderes Augenmerk auf eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen. Damit dies der Fall ist, beachten Sie bitte folgende Regeln:

Essen Sie täglich:

  • 1 Milchprodukt (Joghurt, Topfen, Käse, Milch)
  • 1-2 Stk. Obst (gepresst als Saft, Kompott oder roh)
  • 1 Portion Gemüse oder Salat Knäckebrot oder Vollkornbrot Kartoffeln oder Reis

Möchten Sie zusätzlich ein Vitaminpräparat einnehmen, fragen Sie bei Ihrem Apotheker um Rat. Ideal sind kaubare oder flüssige Supplemente,

 

Welches Fett kann verwendet werden:

  • wenig Butter als Aufstrichfett
  • Sonnenblumen-, Maiskeim- oder Rapsöl zum Kochen
  • Olivenöl für den Salat

Der Gewichtsverlust erfolgt schrittweise. Es gibt Phasen, in denen über 3-4 Wochen kein Gewichtsverlust stattfindet. Das ist normal und darf Sie nicht entmutigen. In der Regel können Sie 2 Jahre nach der Operation Ihr Zielgewicht erreichen.

 

Abschließend noch einige Anregungen für die Zusammenstellung des Speiseplanes:

 

Frühstücksmöglichkeiten:

Tee oder Kaffee oder Kakao mit Magermilch Knäckebrot, leicht&cross, Vollkornbrot, Schwarzbrot oder. getoastetes Weißbrot, Butter oder Brunch oder Minarine, Marmelade, Streichkäse, Truthahnaufstrich, Kräutertopfen, Gervais oder Hüttenkäse

 

Zwischenmahlzeiten:

Joghurt, Fruchtmus, Buttermilch, Kompott, Pudding, Obst

 

Mittagessen und Abendessen:

immer eine kleine Portion Gemüse oder Salat (keine Hülsenfrüchte, keinen grünen Salat), Kartoffeln, Semmelknödel, Nockerl, Polenta, eventuell Reis ==> wichtig: die Zubereitung sollte immer fettarm sein, Eierspeise, pochiertes Ei, Spiegelei, gedünsteten oder pochierten oder gebratenen Fisch, Fleisch (kein faseriges Fleisch verwenden, immer gut weich kochen und sehr gut kauen!!!!!!!!! eventuell faschieren) Suppen sowohl als Cremesuppe als auch klare Suppen